Donnerstag, 1. November 2012

Ohrwurmnachrichten

Hurricane Sandy ist auf zwei Levels über die Ostküste hereingebrochen: Zum einen als der Superstorm, der uns hier in DC zum Glück weitgehend in Ruhe gelassen hat. Zum anderen als Schwall an Nachrichten, rund um die Uhr, der uns stündliche Updates über den Wasserstand in Atlantic City und die Wellenhöhe in Pleasure Point Beach beschert. (Und - don't get me wrong: ich finde, dass die Medien jedenfalls die Aufgabe haben, in einer derartigen Situation kontinuierlich zu berichten. Allerdings in einer Art und Weise, die die Betroffenen dazu bringt, ihre Häuser rechtzeitig zu verlassen - und nicht den Rest der sensationsgeilen Nation zu unterhalten.)

Unterbrochen wurde diese Dauerberichterstattung natürlich durch Werbung, in zwei Ausprägungen: einerseits Werbung für Haushaltsversicherungen, Notfallgeneratoren und batteriebetriebene Lampen (wo man die noch herkriegen soll?) und durch Wahlwerbung. Selbst im Hotel eingesperrt, und das im battleground state Virginia, kriegen wir natürlich die volle Dosis davon ab. Einiges ist mir neu, zum Beispiel dieser Herr hier:



Alle 30 Sekunden zu hören "I am Barack Obama/ Mitt Romney and I approve this message." nervt auf die Dauer schon ziemlich. Aber es wirkt. Eine hundertfach gestreute Botschaft bleibt irgendwann hängen. Der Beweis tritt am selben Abend ein: In der Hotelbar, die voll ist von Hurrican-gestrandeten Reisenden, setzt sich eine Frau aus New Hampshire zu uns. Innerhalb weniger Minuten sind wir bei talking politics. Wer ihrer Meinung nach New Hampshire gewinnen wird, wollen wir wissen. "I hope Mitt Romney will", seufzt sie. Aber wieso? "I did vote for President Obama last time. But look at me now. Am I better off than I was four years ago?"

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