Vergangene Woche habe ich einmal schnell geschaut, ob auf der anderen Seite der Erde eh alles in Ordnung ist. Ich war in Los Angeles. Nicht einfach zum Spaß natürlich, das wäre ein allzu verrückter Kurztrip: Ich habe an der International Conference on the Image teilgenommen und auch selbst einen Vortrag gehalten. Es war meine erste Konferenzteilnahme, und ich habe besonders die Interdisziplinarität genossen: Es macht Spaß, zu sehen, mit welch „absurden“ Themen sich WissenschaftlerInnen unterschiedlichster Richtungen beschäftigen können, und natürlich freut es mich, wenn sich der eine oder die andere dann auch für mein Thema interessiert.
Nach dem Kongress habe ich noch zwei Tage Zeit gehabt, um mich ein bisschen in LA umzusehen. Meine Erwartungen waren zwar schon von vornherein nicht groß, aber über die hundertprozentige Autozentriertheit war ich schon erschrocken. Geschätzte 95% der Mittelklasse-EinwohnerInnen von LA sind noch nie in einem öffentlichen Verkehrsmittel gesessen (Zitat einer Konferenzteilnehmerin: „Today my husband needed the car, my daughter needed the car and my son needed the car, and we only have three, so I had to take the bus – and it actually worked!!!“) und selbst wenn sie wollten, würde ihnen der Umstieg nicht leicht gemacht. An keiner Bushaltestelle sind Fahrpläne, geschweige denn Streckenkarten, und die Intervalle sind mehr als unregelmäßig. Ich habe es dann mit Hilfe von Google Maps trotzdem geschafft, herauszufinden, was wohin fährt – und es gibt wirklich schöne Buslinien, eine fährt zB den ganzen Sunset Boulevard entlang von der Innenstadt bis zum Meer...
Geduld braucht man halt, aber die ist eh erholsam in dieser gehetzten post-glamourösen Stadt. Hollywood zelebriert sich unabsichtlich als ein Schatten seines (wohl) früheren Selbst, in Beverly Hills leben zwar wohl noch die Reichen und Schönen, aber hinter vier Meter hohen Stahltoren, und die Hippies am Venice Beach verkaufen Ramsch an Touristen.
Einzig zwischen den blauen Lifeguard-Häuschen und den gelben Jeeps, an der Wirkungsstelle von Mitch Buchanan, da schaut alles so aus, wie ich es mir erwartet hab. I hab da was vergessen am Strand von Malibu...
1 Kommentare:
und von was handelte dein vortrag?
cooler bericht, gefällt mir.
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