Als eine, die den Protest nur aus der Ferne zu verfolgen und zu unterstützen in der Lage war, ist es mir ein Anliegen, wenigstens meinen tiefen Respekt vor all jenen zum Ausdruck bringen, die in den letzten Tagen diesen Transport so effektiv blockiert haben. Diese Proteste berühren. Aus verschiedenen Gründen. Weil sie von so unterschiedlichen Bevölkerungsteilen getragen werden, weil Bauern, StudentInnen, RechtsänwältInnen, Autonome, AnwohnerInnen und viele mehr gemeinsam gezeigt haben, dass die Bevölkerung, die Zivilgesellschaft sich nicht alles gefallen lässt, was über die Köpfe hinweg entschieden wird. Dieser Protest berührt auch aufgrund seiner Kreativität: seien es die Schafherdenblockade, die an die Betonpyramide geketteten Bauern, die HochseilaktivistInnen von Robin Wood oder der „Getränkelaster“ von Greenpeace, der allein für 12 Stunden die Weiterfahrt verunmöglicht hat – sie alle schaffen es gleichzeitig, die Polizei herauszufordern und die Medien zu bedienen und so das Interesse am Protest hochzuhalten. Und diese Proteste berühren wegen des teilweise unverhältnismäßig harten Vorgehens der Polizei. Zum zweiten Mal innerhalb kurzer Zeit scheint sich der Rechtsstaat gegen protestierende BürgerInnen nicht anders zu helfen wissen als mit Gewalt und rechtlich nicht gedeckten Festnahmen und „Anhaltezentren“.
Es gehört Mut dazu, sich für eine Sache auf die Straße zu stellen (oder zu setzen) – im Wissen, dass man sich manchmal am Rande der Legalität bewegt. Aber auf lange Sicht kann und muss der Protest gegen diesen verantwortungslosen Umgang mit der Zukunft von Erfolg gekrönt sein. Nicht nur motzen, handeln. Auch in Österreich wär das wieder einmal angesagt.
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