Die Grünen haben keine Inhalte. Die Grünen sind zerstritten. Die Grünen sind eine Chaostruppe. Die Grünen stehen vor der Spaltung. Die Grünen werden an ihrer basisdemokratischen Struktur scheitern.
Ach ja?
Eva Glawischnig ist am heutigen Bundeskongress mit 96 Prozent als Bundessprecherin wiedergewählt worden. Ein eindrucksvolles Ergebnis, mit dem auch viele von uns nicht gerechnet haben. Und ein klares Zeichen, dass das Bild, das manche Medien in den letzten Wochen aufgrund von Querelen in zwei Wiener Bezirksorganisationen und des frustrierten Abganges eines Funktionärs, der seine Felle davonschwimmen gesehen hat, gezeichnet haben, ein falsches ist.
Ja, die Grünen haben in den letzten Jahren Fehler gemacht. Ja, die Grünen haben nach der Ära Sascha van der Bellen eine gewisse Zeit gebraucht, um intern wieder auf die Beine kommen. Und nein, es ist noch nicht alles super. Aber es gibt eine neue Perspektive und neue Ideen, wie grüne Ziele erreicht werden können.
Eine dringende und zentrale Aufgabe der nächsten Zeit wird es sein, an unserer Kommunikation zu arbeiten. Wir müssen eine Sprache finden, in der wir unsere Inhalte klarer und prägnanter ausdrücken können. Artenvielfalt statt Biodiversität, Schadstoffsteuer statt Ökosteuer, Holz statt Biomasse... Und wir müssen lernen, uns in unseren Botschaften auf das wesentliche zu reduzieren. Nicht jedes Wahlplakat und jede Presseaussendung muss gleich die ganze Welt erklären!
Um die Abhängigkeit von klassischen Medien aufzubrechen, müssen wir uns alternative Kommunikationskanäle eröffnen und erschließen. Wir müssen in Sachen Online-Kommunikation Vorreiterin werden unter den politischen Parteien in Österreich, damit wir vor allem junge Menschen unmittelbar und täglich erreichen können. Es gibt die technischen Möglichkeiten, um rasch und kostenschonend professionellen Content zu produzieren, und es gibt wachsende Netzwerke, um diesen Content zu verbreiten. Diese Alternativen müssen wir massiv nutzen.
Und wir müssen wieder mehr hinaus, auf die Straße, in die Gasthäuser, in die Fußballstadien, in die Parks, zu NGOs, Vereinen und Kultureinrichtungen. Wir müssen es wieder schaffen, Menschen für die Grünen zu begeistern: als WählerInnen, aber auch als AktivistInnen und Parteimitglieder - für eine breitere, lebendigere Basis.
Es gibt noch viel zu tun. Es gibt immer viel zu tun. Aber es tut sich was.
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