Montag, 27. September 2010

Nass ist die Berliner Luft

"Berlin ist, wenn 40.000 Menschen in Turnschuhen auf Sightseeing-Tour gehen." (Berliner Morgenpost)

Ich hab mich ja immer gefragt, was TouristInnen bewegt, sich bei strömendem Regen stundenlang auf das offene Deck eines Doppeldeckerbusses zu setzen, um sich an den Sehenswürdigkeiten der Stadt X vorbeikutschieren zu lassen. Seit gestern weiß ich es: Gebucht ist eben gebucht!

Und so hab ich mich pünktlich um 9 Uhr auf der Straße des 17. Juni eingefunden zum Start dieses Ausflugs. Außentemperatur: 10°C, strömender Regen, keine Aussicht auf Besserung. Wenigstens haben sie uns allen grüne Plastikfolien übergezogen, und Til Schweiger und Klaus Wowereit waren unsere Reiseleiter. Zumindest am Anfang. Weil die sind dann im trockenen Zelt am Großen Stern geblieben und haben uns alleine auf Entdeckungsreise gehen lassen. Wobei „alleine“ natürlich relativ ist. Nicht direkt auf fremde Füße zu steigen bzw. fremde Füße in die Achillessehne zu bekommen, kann schon sehr viel Zufriedenheit auslösen...

Wo wir dann genau waren, weiß ich nicht einmal mehr. Den Fernsehturm hab ich jedenfalls nicht gesehen. Zu neblig. Die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche schon, aber da war ich dann schon ziemlich benebelt. Und eilig hab ich es da dann auch gekriegt. Zwischendurch waren meine Mitreisenden nämlich plötzlich keine Mitreißenden mehr, und ich hab ziemlich Gas geben müssen, damit sich das alles noch ausgeht. Aus den Schuhen, in denen 1cm hoch das Wasser gestanden ist, wollt ich auch raus – und an das bananenverschmierte Gesicht erinnern wir uns ja noch.

Immerhin hat diese Sightseeing-Tour dann zwei Minuten kürzer gedauert, als es im Katalog stand. Nach drei Minuten, achtundfünfzig Minuten und neunzehn Sekunden sind wir wieder am Brandenburger Tor eingetroffen. Wowi und Til waren nicht mehr da, dafür eine neue grüne Plastikfolie. Da hab ich mich fast mehr drüber gefreut.