Gestern habe ich das lustigste Opernerlebnis meines Lebens gehabt.
Wir waren im Bolschoi Teatr, der Staatsoper Usbekistans, um Rossinis Barbier von Sevilla zu sehen. Die Tickets in der hoechsten Kategorie kosten dann doch ganze zwei Euro... Nicht nur, dass die Oper auf Russisch statt auf Italienisch gesungen wurde - was geschieht, wenn man eine Sprache voller Vokale gegen eine Sprache voller Zischlaute austauscht, kann sich jeder ausmalen - auch das Buehnenbild und die Schauspielerei waren fern von dem, was man bei uns aus der Oper gewoehnt ist. Im ersten Akt haben wir uns noch lustig gemacht ueber diese Interpretation, aber mit der Zeit wurde uns klar, dass dies eigentlich die unverfaelschteste Art ist, Oper darzustellen, naemlich als Unterhaltung statt als steife Adabei-Abendgestaltung. Ich habe jedenfalls noch selten drei Stunden lang so herzhaft durchgelacht wie gestern abend.
Noch kurz zu den letzten paar Tagen: Der naechste Stop nach Buchara war Samarkand, eine wirklich architektonisch unglaublich beeindruckende Stadt, auch wenn unter Karimov die meisten bis zu 700 Jahre alten Gebaeude 'restauriert', also neu bemalt wurden und damit viel von der urspruenglichen Substanz verloren gegangen ist.
Anschliessend haben wir noch bei einer Bergtour im Umland den Reisefuehrer Luegen gestraft, der behauptet, dass Usbekistan landschaftlich nichts zu bieten haette. So etwas schoenes hab ich noch selten gesehen.
Und seit drei Tagen sind wir nun in Taschkent, lassen uns durch die Bazare treiben, und versuchen, das vom Lonely Planet verheissene 'best nightlife east of Beirut' zu finden. Bisher erfolglos.
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