Natürlich würde ich in der morgigen Stichwahl lieber eine grüne Kandidatin wählen. Dafür hat es aber diesmal nicht gereicht - noch nicht. Weil so super finde ich es auch nicht, mich zwischen zwei bürgerlichen KandidatInnen entscheiden zu müssen.
Allerdings fällt mir die Entscheidung seit Donnerstag ein wenig leichter. Ich freue mich sehr, dass man morgen wenigstens grüne Inhalte mitwählen kann! "Für Innsbruck" und die Grünen haben sich auf fünf inhaltliche Eckpunkte geeinigt, die jedenfalls in der kommenden Regierung umgesetzt werden sollen. An diesem gelb-grünen Block - landläufig auch bekannt als "Schreckgespenst" - führt also kein Weg vorbei. Und natürlich wird die Umsetzung dieser Punkte wesentlich leichter, wenn FI als unser Kooperationspartner die Bürgermeisterin stellt.
Deswegen wähle ich morgen Christine Oppitz-Plörer - und hoffe gleichzeitig, dass es das letzte Mal ist, dass keine grünen KandidatInnen zur Wahl stehen!
Samstag, 28. April 2012
Donnerstag, 22. März 2012
Zweierlei Maß beim Meldegesetz?
Christoph Platzgummer will in Innsbruck Bürgermeister werden (oder jedenfalls will irgendwer in der ÖVP das). Gemeldet ist er hauptwohnsitzlich bei seinen Eltern in Hötting. Wohnen tut er allerdings bekanntlich in Mils.
Jetzt ist das Meldegesetz ja ziemlich schwammig. Der Hauptwohnsitz ist laut Gesetz dort, wo der "Lebensmittelpunkt" ist. Das lässt natürlich alle möglichen Interpretationen zu, unter anderem vom Innsbrucker Meldeamt in der heutigen Presse:
Jetzt ist das Meldegesetz ja ziemlich schwammig. Der Hauptwohnsitz ist laut Gesetz dort, wo der "Lebensmittelpunkt" ist. Das lässt natürlich alle möglichen Interpretationen zu, unter anderem vom Innsbrucker Meldeamt in der heutigen Presse:
„Platzgummer hat offensichtlich ein breites soziales Netz in der Landeshauptstadt – auch, wenn er dort nicht ständig übernachtet. Wir sehen keinen Grund, an seinen Angaben zu zweifeln.“Besonders viele Dinge - außer der Wahlberechtigung - gibt es ja eh nicht, wo der Hauptwohnsitz eine große Rolle spielt. Eine Rolle spielt er jedoch bei der Vergabe der Wohnbauförderung. Wohnbauförderung kann man nur für eine Wohnung oder ein Haus beziehen, in dem man seinen Hauptwohnsitz hat. Und das wird auch kontrolliert! Wie, das habe ich heute bei der Abteilung für Wohnbauförderung des Landes Tirol nachgefragt und folgende Antwort erhalten:
Bezug nehmend auf Ihre Anfrage wird Ihnen mitgeteilt, dass im Zuge der Fertigstellung des geförderten Objektes stichprobenweise die Bewohnung kontrolliert und der Hauptwohnsitz über das zentrale Melderegister überprüft wird. Weiters darf kein weiterer Wohnsitz neben dem Hauptwohnsitz bestehen.Wo besteht nun der Unterschied zwischen dem Hauptwohnsitz als Voraussetzung für eine Kandidatur und dem Hauptwohnsitz als Voraussetzung für den Bezug von Wohnbauförderung? Ich kenne Geschichten, da ist kontrolliert worden, ob die Leute Zahnbürsten, Unterhosen und einen "normalen" Kühlschrankinhalt haben, um ihren Wohnbauförderungsanspruch zu prüfen. Nach sozialen Netzen hat da niemand gefragt. Vielleicht hätten diese Menschen gleichzeitig für eine ÖVP-Liste kandidieren sollen, das macht offenbar alles einfacher.
Sonntag, 26. Februar 2012
Katholisch oder Alkoholisch?
"Das machen doch nur Alkoholiker", habe ich kürzlich als Reaktion darauf gehört, dass ich von Aschermittwoch bis Karsamstag keinen Alkohol trinke. Jetzt trinke ich zwar schon hin und wieder gern ein Glasl (zu viel), aber so weit ist es dann doch nicht. Und an die katholische Fastenzeit hänge ich mich ausschließlich deswegen an, weil es recht praktisch ist, einen klar definierten Zeitraum zu haben. (Jesus dürfte übrigens jeden Sonntag irgendwohin gefahren sein, um sich den Bauch vollzuschlagen, sonst geht sich das mit den 40 Tagen nicht aus...)
Warum mache ich das dann seit fünf Jahren?
Ich finde, dass es gut tut, in einer Welt, in der man ununterbrochen und sofort alles haben kann, was man will, hin und wieder bewußt auf Dinge zu verzichten. Die "Opfer", die wir in der westlichen Welt bringen können, sind natürlich nicht zu vergleichen mit dem, worauf Millarden Menschen auf der Welt täglich unfreiwillig verzichten müssen, aber es macht Sinn, sich für den bewussten Verzicht etwas auszusuchen, was man gerne und regelmäßig konsumiert.
Gerade beim Alkohol ist das eine umso größere Herausforderung, weil ein starker gesellschaftlicher Druck dahinterliegt, der uns oft selbst gar nicht so bewußt ist - gerade in Österreich. "Geh, nur EIN Glasl", "Aber heut ist doch ein besonderer Anlaß", "Das hättest dir jetzt aber verdient" sind nur ein paar der Kommentare, die ich zu hören bekomme. Es ist manchmal erstaunlich schwierig, zu erklären warum man trotz Abwesenheit von Schwangerschaft/Antibiotika/Auto nichts trinkt... Gleichzeitig kann man interessante Sozialstudien betreiben; gestern am Heimweg von den Bögen um halb drei hat sich mir die Theorie aufgedrängt, ob man eigentlich nur Alkohol trinkt, um die anderen Alkohol trinkenden Menschen ertragen zu können?
Und schlussendlich muss ich natürlich zugeben: ja, es hat einen Vorteil, an einem Sonntag früh aufwachen zu können, ohne dass das erste Wort, dass sich in den Kopf hämmert, ein "aua" ist ;)
Warum mache ich das dann seit fünf Jahren?
Ich finde, dass es gut tut, in einer Welt, in der man ununterbrochen und sofort alles haben kann, was man will, hin und wieder bewußt auf Dinge zu verzichten. Die "Opfer", die wir in der westlichen Welt bringen können, sind natürlich nicht zu vergleichen mit dem, worauf Millarden Menschen auf der Welt täglich unfreiwillig verzichten müssen, aber es macht Sinn, sich für den bewussten Verzicht etwas auszusuchen, was man gerne und regelmäßig konsumiert.
Gerade beim Alkohol ist das eine umso größere Herausforderung, weil ein starker gesellschaftlicher Druck dahinterliegt, der uns oft selbst gar nicht so bewußt ist - gerade in Österreich. "Geh, nur EIN Glasl", "Aber heut ist doch ein besonderer Anlaß", "Das hättest dir jetzt aber verdient" sind nur ein paar der Kommentare, die ich zu hören bekomme. Es ist manchmal erstaunlich schwierig, zu erklären warum man trotz Abwesenheit von Schwangerschaft/Antibiotika/Auto nichts trinkt... Gleichzeitig kann man interessante Sozialstudien betreiben; gestern am Heimweg von den Bögen um halb drei hat sich mir die Theorie aufgedrängt, ob man eigentlich nur Alkohol trinkt, um die anderen Alkohol trinkenden Menschen ertragen zu können?
Und schlussendlich muss ich natürlich zugeben: ja, es hat einen Vorteil, an einem Sonntag früh aufwachen zu können, ohne dass das erste Wort, dass sich in den Kopf hämmert, ein "aua" ist ;)
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Montag, 19. Dezember 2011
Nach Kim Jong-Il
Veränderung? Wandel? Regimewechsel? Endlich trauen sich die Menschen, zu sagen, was sie wirklich denken?
Think again.
Und hier die Todesnachricht von der Korean Central News Agency (www.kcna.kp):
Think again.
Und hier die Todesnachricht von der Korean Central News Agency (www.kcna.kp):
Pyongyang, December 19 (KCNA) -- The Central Committee and the Central Military Commission of the Workers' Party of Korea, the National Defence Commission of the DPRK, the Presidium of the Supreme People's Assembly and the Cabinet of the DPRK on Saturday announced the following notice to all party members, servicepersons and people:
The Central Committee and the Central Military Commission of the Workers' Party of Korea, the National Defence Commission of the DPRK, the Presidium of the Supreme People's Assembly and the Cabinet of the DPRK notify with bitterest grief to all the party members, servicepersons and people of the DPRK thatKim Jong Il , general secretary of the Workers' Party of Korea, chairman of the National Defence Commission of the DPRK and supreme commander of the Korean People's Army, passed away of a sudden illness at 08: 30 on December 17, Juche 100 (2011) on his way to field guidance.
He dedicated all his life to the inheritance and accomplishment of the revolutionary cause of Juche and energetically worked day and night for the prosperity of the socialist homeland, happiness of people, reunification of the country and global independence. He passed away too suddenly to our profound regret.
His sudden demise at a historic time when an epochal phase is being opened for accomplishing the cause of building a powerful and prosperous socialist state and the Korean revolution is making steady victorious progress despite manifold difficulties and trials is the greatest loss to the WPK and the Korean revolution and the bitterest grief to all the Koreans at home and abroad.
Kim Jong Il , who was born as a son of guerillas on Mt. Paektu, the holy mountain of the revolution, and grew up to be a great revolutionary, wisely led the party, the army and people for a long period, performing undying revolutionary feats on behalf of the country, the people, the times and history.
Kim Jong Il possessed of personality and qualifications as a great man on the highest and perfect level was an outstanding thinker and theoretician who led the revolution and construction along the path of steady victories with his profound ideologies and theories and remarkable leadership. He was also peerlessly political elder and outstanding and illustrious commander of Songun and peerless patriot and tender-hearted father of the people who recorded the whole history of the revolutionary struggle with ardent love for the country and its people and noble dedication.
Considering it as his lifelong mission to carry to completion generation after generation the revolutionary cause of Juche started by PresidentKim Il Sung ,Kim Jong Il pushed forward the revolution and construction in line with the idea and intention of the President as the dearest comrade and the most loyal comrade-in-arms of the President.
Kim Jong Il comprehensively developed in depth the immortal Juche idea, Songun idea, fathered by the President and glorified it as the idea guiding the era of independence with his clairvoyant wisdom and energetic ideological and theoretical activities. He firmly defended and carried forward the revolutionary traditions of Mt. Paektu with pure mind, thereby giving a steady continuity to the Korean revolution.
Kim Jong Il , genius of the revolution and construction, developed the party, army and state to be the party, army and state ofKim Il Sung , put the dignity and power of the nation on the highest level and ushered in the golden days of prosperity unprecedented in the nation's history spanning 5 000 years under the uplifted banner of modeling the whole society on the Juche idea.
Kim Jong Il , supreme incarnation of the revolutionary moral obligation, set a great example in perpetuating the memory of PresidentKim Il Sung unknown in human political history, thus making sure that the august name of the President, his undying revolutionary career and exploits always shine along with the eternal history of Juche Korea.
Kim Jong Il , great master of politics and illustrious commander born of Heaven, honorably defended the socialist gains, noble heritage bequeathed by the President, by dint of Songun politics despite the collapse of the world socialist system, the demise of the President which was the greatest loss to the nation, the vicious offensive of the imperialist allied forces to stifle the DPRK and severe natural disasters. He turned the DPRK into an invincible political and ideological power in which single-minded unity has been achieved and made it emerge a nuclear weapons state and an invincible military power which no enemy can ever provoke.
True to PresidentKim Il Sung 's behest,Kim Jong Il set a gigantic goal to build a prosperous and powerful country and led an all-people general advance for attaining it, thus making the drive for a great revolutionary surge rage throughout the country and bringing about great innovations and leap forward on all fronts of socialist construction.
Kim Jong Il , father of the nation and lodestar of national reunification, led all the fellow countrymen to the road of independence and great national unity with his rock-firm will to implement the instructions of the President for national reunification and ushered in the June 15 era of reunification in which the noble idea of "By our nation itself" is materialized.
As a great guardian of socialism and justice, he conducted energetic external activities for the victory of the socialist cause, global peace and stability and friendship and solidarity among peoples under the uplifted banner of independence against imperialism, thus remarkably raising the international position and prestige of the DPRK and making immortal contributions to the human cause of independence.
In the whole period of his protracted revolutionary guidance, he valued and loved the people very much and always shared weal and woe with them. He continued to make difficult forced march for field guidance, making unremitting efforts and working heart and soul to build a thriving country and improve the standard of people's living. He died from repeated mental and physical fatigue on a train in that course.
The whole life ofKim Jong Il was the most brilliant life of a great revolutionary who covered an untrodden thorny path with his iron will and superhuman energy, holding aloft the red flag of revolution. It was the life of the peerless patriot who dedicated his all to the country and its people.
He passed away to our regret before seeing the victory of the cause of building a thriving nation, the national reunification and the accomplishment of the revolutionary cause of Juche so ardently desired by him, but laid a strong political and military base for ensuring the steady advance of the Korean revolution through generations and provided a solid foundation for the eternal prosperity of the country and the nation.
Standing in the van of the Korean revolution at present is Kim Jong Un, great successor to the revolutionary cause of Juche and outstanding leader of our party, army and people.
Kim Jong Un's leadership provides a sure guarantee for creditably carrying to completion the revolutionary cause of Juche through generations, the cause started byKim Il Sung and led byKim Jong Il to victory.
We have the invincible revolutionary army of Mt. Paektu faithful to the cause of the Workers' Party of Korea, the great unity of the army and people closely rallied around the Party, the best Korean-style socialist system centered on the popular masses and the solid foundation of the independent national economy.
Under the leadership of Kim Jong Un we should turn our sorrow into strength and courage and overcome the present difficulties and work harder for fresh great victory of the Juche revolution.
Our army and people will hold leaderKim Jong Il in high esteem forever with unshakable faith and noble sense of moral obligation. True to his behests, they will make neither slightest concession nor delay on the road of the Juche revolution, the Songun revolution but resolutely defend his undying feats and glorify them for all ages.
All the party members, servicepersons and people should remain loyal to the guidance of respected Kim Jong Un and firmly protect and further cement the single-minded unity of the party, the army and the people.
Under the uplifted banner of Songun, we should increase the country's military capability in every way to reliably safeguard the Korean socialist system and the gains of revolution and make the torch lit in South Hamgyong Province, the drive for the industrial revolution in the new century, rage throughout the country and thus bring about a decisive turn in building an economic power and improving the standard of people's living.
We will surely achieve the independent reunification of the country by concerted efforts of all Koreans by thoroughly implementing the Three Charters for National Reunification and the north-south joint declarations.
Our party and people will strive hard to boost friendship and solidarity with the peoples of different countries, guided by the idea of independence, peace and friendship, and build an independent and peaceful, new world free from domination, subjugation, aggression and war.
Arduous is the road for our revolution to follow and grim is the present situation. But no force on earth can check the revolutionary advance of our party, army and people under the wise leadership of Kim Jong Un.
The heart ofKim Jong Il stopped beating, but his noble and august name and benevolent image will always be remembered by our army and people and his glorious history of revolutionary activities and undying feats will remain shining in the history of the country forever.
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Mittwoch, 9. November 2011
Das ist keine Konzerthalle!
Man mag von der gestrigen Performance von His Bobness enttäuscht oder begeistert sein. Wäre es mir - wie so vielen anderen - ein Anliegen gewesen, das Konzert vorzeitig zu verlassen, dann allerdings nicht wegen des unverständlichen Gekrächzes des Herrn Zimmermann, sondern aufgrund der unerträglichen Akustik in der Olympiaworld.
Es dürfte vermutlich eine einzige Stelle in dieser Halle geben, wo der reine Bühnensound ankommt, nämlich beim Tontechniker. Alle anderen fühlen sich in nahezu psychedelische Klangwelten versetzt. Zeitweise hatte man wirklich das Gefühl, dass hinten auf der VIP-Tribüne ein zusätzliches Drum-Set das Bühnengeschehen mit 2/10 Sekunden Verspätung begleitet. Auch die Singstimme wird je nach Frequenz - und die von Bob Dylan scheint grad passend zu sein - aus allen Ecken der Halle zurückgeworfen.
Für ein Konzert, bei dem die BesucherInnen zwischen 70 und 100 Euro Eintritt bezahlen, ist diese Akustik und Tontechnik jedenfalls unter jeder Sau. Die Olympiaworld in dieser Form mag für den Musikantenstadl genügen - als Veranstaltungsort für hochwertige Konzerte ist sie gänzlich ungeeignet.
Es dürfte vermutlich eine einzige Stelle in dieser Halle geben, wo der reine Bühnensound ankommt, nämlich beim Tontechniker. Alle anderen fühlen sich in nahezu psychedelische Klangwelten versetzt. Zeitweise hatte man wirklich das Gefühl, dass hinten auf der VIP-Tribüne ein zusätzliches Drum-Set das Bühnengeschehen mit 2/10 Sekunden Verspätung begleitet. Auch die Singstimme wird je nach Frequenz - und die von Bob Dylan scheint grad passend zu sein - aus allen Ecken der Halle zurückgeworfen.
Für ein Konzert, bei dem die BesucherInnen zwischen 70 und 100 Euro Eintritt bezahlen, ist diese Akustik und Tontechnik jedenfalls unter jeder Sau. Die Olympiaworld in dieser Form mag für den Musikantenstadl genügen - als Veranstaltungsort für hochwertige Konzerte ist sie gänzlich ungeeignet.
Sonntag, 25. September 2011
Was vorgelegt
Personalentscheidungen sind immer große Taktiererei vor einer Wahl, und die meisten Parteien lassen sich damit so lange Zeit, wie es irgend geht. Die Innsbrucker Grünen haben es diesmal anders gemacht. Obwohl die Gemeinderatswahl erst irgendwann im Frühjahr stattfinden wird, ist die Liste bereits gestern auf der Wahlversammlung gewählt worden. Und das ist auch gut so: denn neben langgedienten GemeinderätInnen sind viele neue und vor allem junge Menschen auf der Liste vertreten! Die haben jetzt genug Zeit, sich einzuarbeiten und Kraft zu tanken für einen spannenden Wahlkampf. Ganz besonders freue ich mich über den achten Platz für Kathi Heis, die als jüngste Kandidatin unter den ersten zehn so richtig Vollgas geben wird!
(Das Durchschnittsalter der 18 KandidatInnen ist übrigens 36,2. Auch das soll uns erst einmal wer nachmachen.)

Grüne KandidatInnen für die Wahl 2012
1. Sonja Pitscheider
2. Renate Krammer-Stark
3. Uschi Schwarzl
4. Mesut Onay
5. Thomas Carli
6. Gerhard Fritz
7. Marcela Duftner
8. Kathrin Heis
9. Raphael Lepuschitz
10. Andreas Pichler
11. Viktoria Spielmann
12. Christoph Wild
13. Petra Mairer
14. Andreas Helldrich
15. Sarah Winkler
16. Thomas Lechleitner
17. Christiane Bauer
18. Michael Bauer
(Das Durchschnittsalter der 18 KandidatInnen ist übrigens 36,2. Auch das soll uns erst einmal wer nachmachen.)
Grüne KandidatInnen für die Wahl 2012
1. Sonja Pitscheider
2. Renate Krammer-Stark
3. Uschi Schwarzl
4. Mesut Onay
5. Thomas Carli
6. Gerhard Fritz
7. Marcela Duftner
8. Kathrin Heis
9. Raphael Lepuschitz
10. Andreas Pichler
11. Viktoria Spielmann
12. Christoph Wild
13. Petra Mairer
14. Andreas Helldrich
15. Sarah Winkler
16. Thomas Lechleitner
17. Christiane Bauer
18. Michael Bauer
Mittwoch, 7. September 2011
Democratic People's Republic of Mystery
„Ist es möglich, in der Früh irgendwo joggen zu gehen?“ ist eine der ersten Fragen, die wir nach dem Check-In in unserem Hotel in Pyongyang unseren Guides stellen. „Ja sicher“, so die ernsthafte Antwort, „das Stiegenhaus hinauf und hinunter!“
Es ist also tatsächlich wahr. Eine Reise nach Nordkorea bedeutet, sich die gesamte Reisedauer (in unserem Fall zwei Wochen) nur als Gruppe zu bewegen. Es ist nicht möglich, das Hotel zu verlassen (das sei zu gefährlich, und aufgrund der Sprachbarriere könnten wir eventuell nicht mehr zurückfinden), es ist nicht möglich, ein Taxi zu nehmen oder mit der Straßenbahn zu fahren, es ist nicht möglich, einfach ins Kino zu gehen oder ein Restaurant selbst auszusuchen. Für die Dauer der Reise wird man von so gut wie allen individuellen Entscheidungen entbunden. Es ist erstaunlich, wie schnell man sich daran gewöhnt.
Ein seltsames Gefühl zwischen Beklemmung und Schicksalsergebenheit beschleicht einen durch diese Reisesituation, und dieses Gefühl beschreibt auch viele der Erfahrungen auf der Reise. Das Programm ist im Wesentlichen jenes, das alle TouristInnen in Nordkorea geboten bekommen: das Kim Il-Sung Mausoleum im Kumsusan-Palast (das wohl einen eigenen Artikel wert wäre), das Museum und die Gedenkstätte zum „Siegreichen Vaterländischen Befreiungskrieg“, das Monument in Erinnerung an die Parteigründung, der Turm der Juche-Idee, die Internationale Freundschaftsausstellung mit zehntausenden Geschenken an Kim Vater und Sohn, die Demarkationslinie bei Panmunjom, oder das US-„Spionageschiff“ „Pueblo“. Abgerundet wird es durch den Besuch mehrerer Schulen, Farmen, eines Krankenhauses und zweier Universitäten (immerhin sind wir ja eine Exkursionsgruppe der Uni Innsbruck), sowie der Arirang Mass Games, die alljährlich im August im angeblich größten Stadion der welt, dem 1.-Mai-Stadion stattfinden und ein unglaubliches Spektakel mit 100.000 TeilnehmerInnen darstellen.
Selbst wenn man alle diese Sehenswürdigkeiten nur als monumentale Bauwerke betrachtete, hätte man schon Schwierigkeiten, sie zu verstehen. Richtig verwirrend werden sie durch die Erklärungen, die es dazu gibt. Das „politische System“ der DVRK ist durch zwei wesentliche Aspekte geprägt: zum einen durch einen gottgleichen Personenkult um den Präsidenten oder Großen Führer Kim Il-Sung, und seinen Sohn, den Geliebten Führer, der in einer Hütte am Mount Paektu geboren worden sein soll, die unweigerlich an den Stall von Bethlehem erinnert. Kim Il-Sung ist der ewige Präsident und trägt diesen Titel über seinen Tod hinaus (und ist damit das längstdienende Staatsoberhaupt der Welt), während Kim Jong-Il als sein Nachfolger seine Politik und die Juche-Idee weiterführen soll. Juche, der zweite prägende Aspekt, ist laut Verfassung die Weltanschauung der DVRK. Allerdings ist Juche mehr als eine Ideologie –es ist eine Religion, die in alle Lebensbereiche eingreift, bis hin zur eigenen Zeitrechnung, die mit dem Geburtsjahr Kim Il-Sungs beginnt und nach der wir uns nun im Jahr Juche 100 befinden.
Erst wenn man den Staat eher als eine „Religionsgemeinschaft“ zu begreifen versucht anstatt als ein politisches System, kann man beginnen zu akzeptieren, dass eben andere Gesetze, andere Konventionen und auch eine andere Geschichtsschreibung gelten. Mehr als ein halbes Jahrhundert der Abschottung, der ideologischen Erziehung und Strukturierung aller Lebensbereiche machen etwas mit einem Land und seinen Menschen, das für uns kaum nachvollziehbar ist. Und dennoch machen all diese Geschichten in sich irgendwie Sinn. Wenn wir mit offenstehendem Mund nach der spektakulären Arirang-Massengymnastik wieder in den Bus klettern und unsere Führerin uns erklärt, dass das koreanische Volk „single-hearted and one-minded“ ist, dann glauben wir ihr aufs Wort, dass das kein Stehsatz für TouristInnen ist, sondern die dort geltende Wahrheit.
Aber was ist wirklich die Wahrheit? Das Quälende an der Reise ist wohl dieses Unwissen. Noch interessanter als die Dinge, die wir sehen, sind nämlich die Dinge, die wir nicht sehen. Wie groß ist jetzt das Ausmaß der Hungersnot, oder gibt es die überhaupt? Wieviele Menschen sind tatsächlich in den so genannten „Umerziehungslagern“? Was ist Zwang, was ist „Freiwilligkeit“, und gibt es diese Grenze überhaupt? Was machen KoreanerInnen in ihrer Freizeit? Gibt es überhaupt Freizeit? Wie schauen die Straßen aus, durch die wir nicht mit unserem Touristenbus fahren? Wie schauen die Häuser von hinten aus? Sind die Häuser überhaupt echt?
Man wird ein bisschen paranoid in diesem Land. Fragt man unsere Guides, so haben sie auf (fast) alles eine Antwort – meist eine andere, als sie in der Literatur oder im Reiseführer steht. Aber wieso sollte das stimmen? Beim Lesen des Lonely Planet merkt man, dass der Autor auch nicht viel mehr Zeit im Land verbracht haben kann als wir. Publikationen sind voll von Konjunktiven und Anführungszeichen – wie auch dieser Blogbeitrag. Zurück bleibt der Zweifel – und das Gefühl, auf einem anderen Planeten gewesen zu sein, weil es so ein Land in unserer Vorstellungswelt eigentlich nicht mehr geben kann. Von daher ist das Land auf jeden Fall das, was es stolz zu sein proklamiert: einzigartig.
Zusatz: Auch Gebi hat seine Eindrücke zur Reise in einen Blogbeitrag gefasst: Auf ein Tischtennisspiel bei Kim Jong-Il
Es ist also tatsächlich wahr. Eine Reise nach Nordkorea bedeutet, sich die gesamte Reisedauer (in unserem Fall zwei Wochen) nur als Gruppe zu bewegen. Es ist nicht möglich, das Hotel zu verlassen (das sei zu gefährlich, und aufgrund der Sprachbarriere könnten wir eventuell nicht mehr zurückfinden), es ist nicht möglich, ein Taxi zu nehmen oder mit der Straßenbahn zu fahren, es ist nicht möglich, einfach ins Kino zu gehen oder ein Restaurant selbst auszusuchen. Für die Dauer der Reise wird man von so gut wie allen individuellen Entscheidungen entbunden. Es ist erstaunlich, wie schnell man sich daran gewöhnt.
Ein seltsames Gefühl zwischen Beklemmung und Schicksalsergebenheit beschleicht einen durch diese Reisesituation, und dieses Gefühl beschreibt auch viele der Erfahrungen auf der Reise. Das Programm ist im Wesentlichen jenes, das alle TouristInnen in Nordkorea geboten bekommen: das Kim Il-Sung Mausoleum im Kumsusan-Palast (das wohl einen eigenen Artikel wert wäre), das Museum und die Gedenkstätte zum „Siegreichen Vaterländischen Befreiungskrieg“, das Monument in Erinnerung an die Parteigründung, der Turm der Juche-Idee, die Internationale Freundschaftsausstellung mit zehntausenden Geschenken an Kim Vater und Sohn, die Demarkationslinie bei Panmunjom, oder das US-„Spionageschiff“ „Pueblo“. Abgerundet wird es durch den Besuch mehrerer Schulen, Farmen, eines Krankenhauses und zweier Universitäten (immerhin sind wir ja eine Exkursionsgruppe der Uni Innsbruck), sowie der Arirang Mass Games, die alljährlich im August im angeblich größten Stadion der welt, dem 1.-Mai-Stadion stattfinden und ein unglaubliches Spektakel mit 100.000 TeilnehmerInnen darstellen.
Selbst wenn man alle diese Sehenswürdigkeiten nur als monumentale Bauwerke betrachtete, hätte man schon Schwierigkeiten, sie zu verstehen. Richtig verwirrend werden sie durch die Erklärungen, die es dazu gibt. Das „politische System“ der DVRK ist durch zwei wesentliche Aspekte geprägt: zum einen durch einen gottgleichen Personenkult um den Präsidenten oder Großen Führer Kim Il-Sung, und seinen Sohn, den Geliebten Führer, der in einer Hütte am Mount Paektu geboren worden sein soll, die unweigerlich an den Stall von Bethlehem erinnert. Kim Il-Sung ist der ewige Präsident und trägt diesen Titel über seinen Tod hinaus (und ist damit das längstdienende Staatsoberhaupt der Welt), während Kim Jong-Il als sein Nachfolger seine Politik und die Juche-Idee weiterführen soll. Juche, der zweite prägende Aspekt, ist laut Verfassung die Weltanschauung der DVRK. Allerdings ist Juche mehr als eine Ideologie –es ist eine Religion, die in alle Lebensbereiche eingreift, bis hin zur eigenen Zeitrechnung, die mit dem Geburtsjahr Kim Il-Sungs beginnt und nach der wir uns nun im Jahr Juche 100 befinden.
Erst wenn man den Staat eher als eine „Religionsgemeinschaft“ zu begreifen versucht anstatt als ein politisches System, kann man beginnen zu akzeptieren, dass eben andere Gesetze, andere Konventionen und auch eine andere Geschichtsschreibung gelten. Mehr als ein halbes Jahrhundert der Abschottung, der ideologischen Erziehung und Strukturierung aller Lebensbereiche machen etwas mit einem Land und seinen Menschen, das für uns kaum nachvollziehbar ist. Und dennoch machen all diese Geschichten in sich irgendwie Sinn. Wenn wir mit offenstehendem Mund nach der spektakulären Arirang-Massengymnastik wieder in den Bus klettern und unsere Führerin uns erklärt, dass das koreanische Volk „single-hearted and one-minded“ ist, dann glauben wir ihr aufs Wort, dass das kein Stehsatz für TouristInnen ist, sondern die dort geltende Wahrheit.
Aber was ist wirklich die Wahrheit? Das Quälende an der Reise ist wohl dieses Unwissen. Noch interessanter als die Dinge, die wir sehen, sind nämlich die Dinge, die wir nicht sehen. Wie groß ist jetzt das Ausmaß der Hungersnot, oder gibt es die überhaupt? Wieviele Menschen sind tatsächlich in den so genannten „Umerziehungslagern“? Was ist Zwang, was ist „Freiwilligkeit“, und gibt es diese Grenze überhaupt? Was machen KoreanerInnen in ihrer Freizeit? Gibt es überhaupt Freizeit? Wie schauen die Straßen aus, durch die wir nicht mit unserem Touristenbus fahren? Wie schauen die Häuser von hinten aus? Sind die Häuser überhaupt echt?
Man wird ein bisschen paranoid in diesem Land. Fragt man unsere Guides, so haben sie auf (fast) alles eine Antwort – meist eine andere, als sie in der Literatur oder im Reiseführer steht. Aber wieso sollte das stimmen? Beim Lesen des Lonely Planet merkt man, dass der Autor auch nicht viel mehr Zeit im Land verbracht haben kann als wir. Publikationen sind voll von Konjunktiven und Anführungszeichen – wie auch dieser Blogbeitrag. Zurück bleibt der Zweifel – und das Gefühl, auf einem anderen Planeten gewesen zu sein, weil es so ein Land in unserer Vorstellungswelt eigentlich nicht mehr geben kann. Von daher ist das Land auf jeden Fall das, was es stolz zu sein proklamiert: einzigartig.
Zusatz: Auch Gebi hat seine Eindrücke zur Reise in einen Blogbeitrag gefasst: Auf ein Tischtennisspiel bei Kim Jong-Il
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